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Interview mit Vanessa Marr

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Name: Vanessa Marr
Alter: 42
Ausbildung: Master Abschluss Kommunikationswissenschaften / Soziologie Universität Zürich
Beruf: Digital Advertising General Manager mit inhaltlicher Expertise in Produkt, Marketing und Audience Research
Zivilstand: verheiratet
Kinder: 1 Tochter (11 Jahre)
Freizeit/Hobbies: Zeit für Familie / Ballett
Mitgliedschaften /Engagements: IAB Schweiz / VR Mandat Grand Casino Luzern
Stärken: Verantwortungsbewusst, verbindlich, neugierig, motivierend, analytisch
Sternzeichen: Schütze
Passion:
Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu vermitteln / Gesellschaftliche Änderungen verfolgen (z.B. Medienwandel)
Lebensmotto: Nur wer selber glücklich ist, kann Glück weiter geben.

Fragen

1. Was war deinen ersten Job?
PR Verantwortliche und Internet User Forscherin im SRG Forschungsdienst Schweiz (heute Mediapulse).

2. Wie viel hast du damals verdient und wann war das?
6500 CHF brutto im Jahr 2002.

3. Hattest du als Kind einen Traumberuf?
Gerichtsanwältin (ich fand alle Gerichtsfilme toll) oder Diplomatin.

4. Welchen Stellenwert hat deine Arbeit heute für dich? 
Ich identifiziere mich nebst meiner Familie zu grossen Teilen über meine Arbeit. Mich in unserer Gesellschaft intellektuell und rational einbringen zu können gibt mir Sinn. Zudem ist für mich meine finanzielle Unabhängigkeit zentral.

5. Was genau machst du beruflich?
Ich überlege mir neue / verbesserte Produkte für unsere Kunden und Kundenberater. Ich stelle die kommunikative und inhaltliche Brücke zwischen unserem Technolgie-Team (Computer Engineering / Data Science) und dem Vertrieb dar. Ich manage Prozesse, um als Unternehmen noch effizienter zu operieren, sowie den Mitarbeitenden eine zukünftige Perspektive zu geben, was dank Technologie möglich ist.

6. Wie genau bist du zu diesem Job gekommen?
Mein Einstig ins post-akademische Berufsleben beschäftigte sich von Anfang an mit der Digitalisierung der Medien und dessen Monetisierungs-Potential durch Werbung. Ich konnte mein Know-how an der ganzen Wertschöpfungskette des Digitalen Marketings inkl. Technologie-Anbieter wie Microsoft aufbauen und geniesse nach 15 Jahren (ohne grosse Mutterschaftspause) einen gewissen Expertise-Status, welcher es mir immer wieder ermöglicht, interessante Herausforderungen anzunehmen.

7. Bist du mit deinem Beruf glücklich?
Ja, die Vorteile einer so dynamischen und digitalisierten Industrie weiss ich sehr zu schätzen. Ich kann mich nicht zurück erinnern, dass ich meinen Beruf als langweilig oder „more of the same“ bezeichnen konnte. Die Dynamik fordert natürlich auch seinen Preis. Anpassungsfähigkeit, flexibles Denken und Disziplin sind gefragt. Mir bleibt wenig Zeit für ausser familiäre Hobbies und gesellschaftliches Engagement. Meine berufliche Aktivität kompensiert dies jedoch zu grossen Strecken.

8. Welche Aufgaben in deinem Job machen Dich glücklich?
Know-how-Transfer. Vermittlungserfolge, innovative Ideen, welche von der reinen Idee zum Geschäftserfolg werden. People Fokus.

9. Du bist seit kurzem auch als Verwaltungsratsmitglied engagiert. Wie bist du zu diesem Job gekommen?
Ich bin ein «Erfolg» eines professionellen Rekrutierungsverfahrens. Gesucht wurde eine weibliche Führungspersönlichkeit mit tiefer beruflicher Erfahrung in der digitalen Transformation / Marketing zwischen 35 und 45. Meine Verwaltungsratskollegen wollten ganz klar Diversity und haben dies auch bekommen.

10. Wie meinst du, können andere Frauen ein Engagement im Verwaltungsrat finden?
Betonung der eignen Führungsstärke vs. Selbstzweifel. Keine Angst vor Verantwortung. Mehr Verantwortung heisst nicht zwingend weniger Energie für die Familie  oder für den Partner. Zufriedenheit öffnet neue Energiefelder. Ein gutes und selbstbewusstes LinkedIn Profil führen.

11. Wie findest du Balance zwischen Beruf und Freizeit?
Ich verzichte auf zu viel «Freizeitstress» und gestalte meine Freizeit mit grossem Fokus auf meine und diejenigen primären Bedürfnisse meiner Familie. Mein Mann und meine Tochter sind für mich zentral, um diese Balance mit gutem Gewissen zu meistern. Beide unterstützen mich bei diesem Unterfangen seit Jahren. Im wöchentlichen Ballett-Training und mit genügend Schlaf findet auch mein Körper die nötige Balance wieder. Ich kann zudem sehr gut Grenzen zwischen den beiden «Welten» ziehen.

12. Hattest du in deiner Karriere eine Person, die dich stark gefördert hat? Wenn ja, was hat diese Person für dich gemacht und wer ist das?
Ich hatte das Glück, dass mich einige Personen unterstützt haben. Angefangen von meiner Mutter, die für mich seit Kindheit Vorbild einer nicht typischen Hausfrau und Mutter darstellt. Bis zu meinem Mann, der es als selbstverständlich betrachtet, dass seine Partnerin ihrem eigenen (beruflichen) Weg verfolgt, und wir von Anfang an bis heute als Team das Projekt „Beruf & Familie“ angegangen sind. Bis hin zu starken weiblichen Führungspersönlichkeiten, welche ich (leider) vor allem im Ausland kennen gelernt habe. Berufliche weibliche Vorbilder aus der Schweiz fehlen mir leider bis heute immer noch viel zu stark. Ich erachte diese fehlenden nationalen Vorbilder als Gefahr für talentierte junge Schweizerinnen, welche nicht in internationalen Unternehmen Erfahrungen sammeln konnten. Mit fehlenden Vorbilder meine ich nicht fehlende, erfolgreiche Schweizer Business Frauen, aber fehlende, gelassene Business Mütter, die eine Zufriedenheit ausstrahlen, die ansteckend ist.

13. Hast du heute berufliche Ziele?
Ich sehe mich gerne in einer noch repräsentativeren Rolle in Zukunft. Ich gebe gerne weiter. Mit repräsentativ meine ich für die Schweizer Gesellschaft im weitesten Sinne.

14. Bereust du beruflich etwas?
Nein.

15. Hattest du auch Niederlagen? Wie bist du damit umgegangen?
Ja klar. Ich wollte unbedingt noch mit Familie in den USA leben und arbeiten. Der Plan stand, das Angebot ebenfalls, aber eine grosse Reorganisation kam in die Quere. Sich nach 12 Monatiger Vorbereitung (beruflich & privat) nochmals zu mobilisieren und lokal eine Alternative anzugehen statt in der ersehnten Ferne war schwierig aber gleichzeitig auch zentral für die Erkenntnis, dass nicht alles steuerbar ist. 

16. Welchen Rat gibst du heute an jungen Frauen?
Mit dem Risiko, mich zu wiederholen: Keine Angst vor Verantwortung zu haben. Und: Nicht in die Teilzeit-Falle tappen. Im Sinne von: Halbe Zeit für den Beruf und halbe Zeit für die Familie. Am Ende ist weder der Beruf, noch die Familie ausgelegt für halbe Sachen. Ein halber Beruf kann unter Umständen frustrierend werden und mehr Stress verursachen, und eine halb organisierte Betreuungsalternative zur Überlastung der eigenen Kräfte gehen, wenn z.B. der Ehepartner sich nebst der «Hobby»-Arbeitspartnerin als 100% Arbeitnehmer und <10% Familienmensch definiert. Es müssen nicht 100% sein, 80% sind ideal (falls möglich). Aber viele junge Frauen und Mütter, die ich kenne, streben maximal 50% an. Das verstehe ich nicht ganz.

Über deine Firma

Name der Firma: Adello
Position: VP Product
Über deine Firma: Start-Up und KMU in einem. Tolle Leute. Interdisziplinäres Feld zwischen Technologie und Marketing.
Angebot der Firma: Die Mobile Advertising Kampagnen von Adello verwenden automatisierte Lernprozesse (Artificial Intelligence), um sich während der Laufzeit eigenständig zu optimieren. Diese Technologie gewährt tiefere Einblicke, ermöglicht genauere Zielguppenadressierung und liefert bessere Resultate. Adello ist in Europa und Asien tätig und vereint über 500 Marketing-Kunden.
Kunden: Mediaagenturen und Digital Marketing Auftraggeber
Partnerschaften: Mit allen relevanten Mobile Advertising Exchanges wie Google AdX, AppNexus, Sizmek etc.

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