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Chefetagen bleiben fast ausschliesslich männlich

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Die Wirtschaft in Europa feiert sich gerne als besonders fortschrittlich und modern. Das mag in Teilen auch zutreffen. Schaut man sich aber die Geschlechterverteilung in den Chefetagen an, lässt sich erkennen, dass in Sachen Gleichberechtigung in den vergangenen Jahrzehnten kaum etwas geschehen ist. Jedes Jahr erscheinen Studien und Statistiken, die zeigen, wie viele Frauen in Führungspositionen europäischer Konzerne und Unternehmen vertreten sind. Und die Zahlen sind ernüchternd. Der Anteil von Frauen in den Vorständen in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland im Jahr 2016 neu angetreten sind bei etwa 3%. Das ist etwas weniger als der internationale Durchschnitt, der bei 3,6% angesiedelt ist. Insgesamt liegt der Frauenanteil in den Vorständen der 2.500 grössten internationalen Konzerne nur bei 5,7%. 2016 wurde mit Elisabeth Stadler, die in den Vorstand der Vienna Insurance Group in Österreich berufen wurde, nur eine einzige Frau im deutschsprachigen Raum in einen CEO Posten erhoben. Während Politiker versuchen, Druck auf die Wirtschaft auszuüben, geschieht also so gut wie nichts. Etwa ein Drittel aller Unternehmen in Europa hat überhaupt keine Frau im Vorstand. Die Zahlen sind mehr als frustrierend.

Politischer Druck bleibt ergebnislos

Politiker verschiedener Parteien und auf unterschiedlichen Ebenen versuchen, den Druck auf Unternehmen im Allgemeinen zu erhöhen. Aber wirklichen Handlungsspielraum haben Politiker einfach nicht. Es gibt lange Reden, Appelle und Aufrufe zur Selbstverpflichtung, aber mehr als ein paar Alibi-Frauen sind in den grossen Konzernen nicht auf der Bildfläche erschienen. In den Gremien der Arbeitnehmervertretungen haben sich die Zahlen zwar positiv verändert. Hier sind etwa 20% der Gewerkschaftler mittlerweile weiblich. Schaut man sich aber die "Gegenseite" an, nämlich die Vertreter von Arbeitgebern, dann wird deutlich, dass das Umdenken in der Wirtschaft in Europa einfach noch nicht in den Köpfen angekommen ist - weder in denen der Männer, noch in denen der Frauen. Viele europäische Staaten haben in den vergangenen fünf Jahren Mindestquoten für Frauen in Führungsebenen gesetzlich festgelegt. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass die Politik nicht für private Firmen verbindliche Vorgaben machen kann.

Wider besseres Wissen

Dabei ergeben alle wissenschaftlichen Studien, die sich mit der Auswirkung von weiblichem Einfluss auf Gremien, Führungsebenen und Chefetagen beschäftigen zu demselben Schluss: Ein ausgewogener Anteil an Frauen wirkt sich sehr positiv auf den Führungsstil, die Kommunikation, die Atmosphäre und das Arbeitsumfeld in der gesamten Firma aus. Eine ideale Mischung aus nicht nur Männern und Frauen, sondern ganz allgemein sehr verschiedenen Personen unterschiedlichen Alters, unterschiedlichen Backgrounds und unterschiedlicher Herkunft verbessert das Betriebsklima, fördert Toleranz und Verständnis und bringt nicht zuletzt auch in wirtschaftlichen und finanziellen Fragen einen Vorteil.

Bildquelle: StockSnap / pixabay.com

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